Viele Hundefreunde stellen sich die Frage, wer den Hund bei einer Trennung oder Scheidung bekommt und ob der andere sogar Unterhalt für den Vierbeiner bezahlen muss. Neben Kindern leiden auch Hunde unter der Trennung von Frauchen und Herrchen oder ihrer Besitzer. Gerade wenn beide Partner an dem Hund hängen und ihn für sich beanspruchen, wird neben dem Sorgerecht um die Kinder oft auch ein weiterer über den Familienhund entbrennen. Doch wer hat nun das Recht, den Hund für sich zu beanspruchen? Auf diese Frage möchten wir in diesen Ratgeber Artikel genauer eingehen.

Wie wird ein Hund rechtlich eingeordnet?

Viele Hundebesitzer sehen den Hund als ihren besten Freund fürs Leben an und erschrecken dann nicht selten, wenn sie die gesetzliche Einstufung von Hunden im Gesetzbuch sehen. Nach § 90a BGB ist ein Hund als Gegenstand und somit als Sache aus der rechtlichen Sicht zu betrachten. Bestimmt hast du schon davon gehört, dass gemeinsam angeschaffte Gegenstände in einer Ehe, wie beispielsweise ein Klavier, Kühlschrank oder ein Bett unter die Rubrik der Haushaltsgegenstände fallen die beiden Personen, zu gleichen Anteilen gehören. Da der Hund ebenso als Sache zu betrachten ist, fällt er ebenso unter diese Gesetzesregelung. Anders als bei Hunden gibt es für Kinder eine gesetzliche Regelung bezüglich des Sorgerechts.

 

Wer bekommt Hund nach Scheidung?

Wenn einer der beiden Ehepartner behauptet, der Eigentümer von dem Hund zu sein, muss dieser seine Behauptung beweisen. Hat einer der beiden Ehepartner den Hund gekauft und bezahlt, ist dies noch kein Beweis, da der Kauf des Hundes während der gemeinsamen Ehe zustande gekommen ist. Liegt allerdings ein Beweis vor, welcher belegt, dass der Hundekauf vor der geschlossenen Ehe zustande gekommen ist, dann hat die andere Person keinen Anspruch auf den Hund, da er nicht von der Hausratsaufteilung betroffen ist. Hat ein Partner den Hund einfach für sich behalten und sich um ihn gekümmert, obwohl ihn der andere mit in die Ehe gebracht hat, besitzt der Expartner, dem der Hund weggenommen wurde einen Herausgabeanspruch.

Wer bekommt den Hund?

Zunächst solltest du also prüfen, ob der Hund wirklich beiden Ehepartnern gehört. Ist dass der Fall, dann sind die Voraussetzungen für eine Hausratsaufteilung und des Grundsatzes der Billigkeit erfüllt. Bei der Aufteilung des Hausrates greift also die Anordnung, alles angemessen und gerecht zu teilen. Dies gilt dann zum einen für die Zeit nach der Scheidung und zum anderen bereits während der Phase der Trennung. Wurden beispielsweise zwei Hunde gemeinsam angeschafft, wäre es eine gerechte Lösung die beiden Hunde oder ein ganzes Rudel untereinander aufzuteilen. Hierbei muss man allerdings bedenken, dass auch die Hunde eine gemeinsame Bindung miteinander aufgebaut haben.

Nach § 1568b Abs. 2 BGB gehören alle während der Ehe angeschafften Haushaltsgegenstände beiden ehemaligen Ehegatten. Die Literatur und Rechtsprechung des OLG Oldenburg (Beschl. v.16.08.2018 – Az.: 11 WF 141/18) ist sich darüber einig, dass berücksichtigt werden muss, dass es sich bei einem Hund, um ein Lebewesen und nicht nur um eine Sache, aus rechtlicher Sicht handelt. Zwischen dem Menschen und dem Hund entsteht eine enge Beziehung im Laufe der Zeit. Es kommt nicht selten vor, dass Hunde die urplötzlich von ihrer wichtigsten Bezugsperson getrennt werden, des Lebens müde werden und kurze Zeit später versterben. Daher ist am Ende des Tages entscheidend, wo und bei wem sich der Hund in der Zukunft am besten fühlen würde. Hier sollten beide Hundefreunde zum Wohl des Hundes entscheiden.

 

Wenn der Fall vor dem Gericht landet

Neben dem Aspekt, ob das körperliche Wohlbefinden des Hundes gedeckt ist, spielt auch die Frage nach der Unterbringung eine Rolle. Ist der Hund in einem großen Bauernhof untergebracht, wo er viel Auslauf hat, wird sich das Gericht vermutlich eher für diese Unterkunft, als für eine kleine Wohnung in der Stadt als zukünftigen Wohnort des Hundes entscheiden. Am wichtigsten ist aber vermutlich die psychische Verfassung des Vierbeiners. So wird geprüft, mit welcher Entscheidung es dem Hund auch aus der geistigen Sicht am besten gehen wird. Ist der Hund nach der räumlichen Trennung bei einem der beiden Partner geblieben, dann ist zu vermuten, dass dieser, bessere Karten hat den Hund behalten zu können. Dies gilt auch für denjenigen, der sich überwiegend um den Vierbeiner gekümmert hat. Auch dann, wenn sich der Vierbeiner bereits an eine neue oder einen neuen Lebenspartner gewöhnt hat. So wird berücksichtigt, welche Umstellung und psychische Belastung es für den Hund bedeuten würde, wenn er aus seiner jetzigen Umgebung gerissen würde. In die Entscheidung fließt auch die psychische Verfassung des Hundes ein, welche beispielsweise durch den letzteren Verlust eines Artgenossen in einem schlechten Zustand sein kann.

Muss ein Partner für den Hund Unterhalt zahlen?

Nach dem Lesen unseres Ratgebers sollte sich diese Frage selbst beantworten. Auch wenn der Hund natürlich mit dem Entrichten der Hundesteuer, Futter und den Tierarztzahlungen teuer im Unterhalt ist, ist der Hund als Sache und nicht als Kind zu betrachten. Aus diesem Grund hat der Partner, der den Hund behält kein Recht auf eine Versorgung in welcher Form auch immer von seinem Expartner. Vielmehr muss er nach § 1568 b Abs. 3 BGB der anderen Person, die den Hund nicht bekommen hat, eine Ausgleichsentschädigung bezahlen. Der ideelle Wert des Hundes spielt hier allerdings keine Rolle.

 

Wer bekommt Hund nach Trennung

Geht ein Paar getrennte Wege, welches nicht verheiratet war, ist vieles einfacher. Ist aber ein Hund im Spiel, sind viele Hundefreunde bereit, notfalls vor ein Gericht zu gehen. Wenn der Hund von beiden Expartnern zusammen, also zu gleichen Teilen erworben wurde, sind beide als Eigentümer mit den gleichen Ansprüchen zu betrachten. In diesem Fall sind nach § 748 BGB grundsätzlich beide Expartner dazu verpflichtet, sich zu gleichen Anteilen, um das Wohlergehen und alles Weitere wie Tierarztzahlungen, Nahrung und Pflege des Hundes zu kümmern.

Da es keine gesetzlichen Vorgaben gibt, wer genau ein Recht auf den Hund zusammen erstandenen Hund hat, ist hier jedes ehemalige Paar gefragt für die beste Entscheidung, im Sinne des Hundes und nicht egoistisch zu entscheiden. Man kann den Hund ja nicht einfach in zwei Teile schneiden und dann jeder seiner Wege gehen. Es gibt hier zum einem die Möglichkeit, dass einer der beiden Partner den Hund komplett annimmt und dem anderen Partner den Wert des Hundes als Entschädigung überweist.

Zum anderen kann man sich auch auf ein gemeinsames Recht des Hundes festlegen und den Hund dann abwechselnd halten. Dies ist aber oft schwierig, da man so auch den Kontakt zu seinem Expartner aufrechterhält. Kann man sich privat nicht einigen, hilft nur noch der Weg vor das Gericht. Im weiteren Verlauf entscheidet dann ein Richter über die Zukunft des Hundes. Hier liegt es an dem jeweiligen Gericht, welche Aspekte eine übergeordnete Rolle spielen. So kann das Urteil für die Zuweisung des Hundes eher für eine Person positiv ausfallen, wenn diese die Kosten für den Tierarzt, Steuer und Nahrung usw. getragen hat. Neben dem Kostenfaktor wird aber auch berücksichtigt, wer eine engere Bindung mit dem Hund hat. Das Gericht wird im Wohle des Hundes eine Entscheidung treffen.

 

Fazit – Wer bekommt den Hund?

Jeder Fall der Trennung kann sich stark voneinander unterscheiden. Unserer Meinung nach sollte neben dem Wohl der Kinder auch immer zum Wohl des Hundes entschieden werden. Wenn man im Gutem auseinandergegangen ist, kann es auch sinnvoll sein, wenn man ein gemeinsames Recht an dem Hund behält und ihn so abwechselnd hält. Natürlich sollten sich in diesem Fall dann auch die Kosten geteilt werden. Man kann aber auch ein Besuchsrecht für die andere Person vereinbaren, so kann er andere den Hund weiterhin sehen. Wenn du den Hund nach der Trennung für dich beanspruchen möchtest, solltest du der alleinige Eigentümer sein oder zumindest über die gleichen Anteile wie dein Expartner verfügen. Egal bei wem der Hund bleibt. Es kann für die Person, ohne Hund eine gute Option sein sich einen neuen Hund anzuschaffen. Anders als bei Kindern gibt es für den anderen Partner kein Recht den Hund zukünftig zu sehen. Natürlich gibt es aber die Möglichkeit, dass man sich aus beidseitigem Interesse dennoch dafür entscheidet.

Gerne darfst du uns deine persönliche Geschichte zu dem Thema als Kommentar mitteilen.

WAU WAU ich bin schlau

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