Vielen Hundefreunden ist nicht klar, dass das Gehen des Hundes an der Leine, eines der unnatürlichsten Anforderungen ist, welche wir an unsere Hunde stellen. Jeden Tag sehe ich Hundebesitzer, die sich eher von ihrem Hund an der Leine führen lassen als umgedreht. Erfreulicher Weiße sehe ich auch immer wieder Hundefreunde in meiner Gegend, die den Umgang mit der Leine sehr gut beherrschen und jedem Hundebesitzer beweisen, dass die unnatürliche Leinenführigkeit mit den Hunden möglich ist. Gerade mit dem richtigen Leinentraining für Hunde ist es dir möglich, auch deinem Vierbeiner das Gehen an der Leine bestmöglich beizubringen. Das Ziel des Leinentrainings sollte es sein, dass es sich für deinen Hund nicht wie eine starke Schnur anfühlt, die ihn davon abhält Katzen oder Hasen hinterherzujagen, sondern ihm das Gefühl vermittelt, deine verlängerte Hand zu spüren. Durch diese Wahrnehmung des Hundes fühlt er sich eher an die Hand genommen, als fremdbestimmt, was natürlich auch die Bindung zwischen dir und deinem Vierbeiner stärkt.

 

1. Die richtige Vorbereitung beim Leinentraining

Da dein Hund die Leine schnell als negativ oder sogar als Bestrafung ansehen kann, ist es wichtig, sie mit so vielen positiven Eindrücken dem Haustier vorzustellen wie möglich. Wenn du dies nicht machst, wird dein Vierbeiner die Hundeleine als Spaßbremse ansehen, die ihm die Freiheit raubt und unbequem sitzt. Im ersten Schritt, leine deinen Hund zum Spielen, Fressen, Streicheln und allen weiteren positiven Aktivitäten an. So lernt dein Hund, dass sobald er angeleint wird, etwas Spannendes passiert.

2. Die richtige Durchführung des Hundeleinen Training

Viele Hundebesitzer machen während des Gehens des Hundes an der Leine viele Fehler und tragen so entscheidend zu einem Fehlverhalten des Hundes bei. Sieht dein angeleinter Vierbeiner einen anderen Hund, fängt er an der Leine zu ziehen und möchte den anderen Artgenossen ab schnuppern. Durch das Nachgeben des Halters lernt der Hund, dass er nur in eine bestimmte Richtung ziehen muss, um dort hinzugelangen. Drehe also den Spieß um und vermittle deinem Hund, dass du die Zügel in der Hand hast. Um die Leinenführigkeit erfolgreich umsetzten zu können, sodass dir der Hund voll und ganz vertraut, ist es wichtig, dass dich der Hund als Rudelführer akzeptiert und ernst nimmt. Hierfür ist es unabdingbar, dass du in der Beziehung mit dem Hund die Entscheidungen triffst und dich auch nicht von dem Hund beeinflussen lässt das zu tun, was er unbedingt möchte.

Leinenführigkeit trainieren – Beispiel

Gerne möchte ich dir auch hierfür ein Beispiel geben: Dein Hund möchte von dir gestreichelt werden und stupst dich an oder dein Hund möchte mit dir spielen und fordert dich auf seine Art und Weise auf. Wenn du hier deinen Gefühlen nachgibst, was natürlich am nahe liegendsten ist, lernt der Hund, dass er bekommt, was er möchte. Das richtige Verhalten ist aber, dass du den Hund in den beiden Beispielen ignorierst und dich mit etwas anderem beschäftigst. Natürlich wird dir das sehr schwerfallen und du wirst ein schlechtes Gewissen haben. Aber behalte immer im Hinterkopf, dass es die richtige Maßnahme ist deinem Hund zu vermitteln, dass du das Sagen hast und nicht er. Also kann ich mich nun auf dich verlassen, wenn dein Hund an der Leine zieht um an einer Ampel schnuppern, du einfach weiterläufst, ohne dem Hund nachzugeben? Dann haben wir schon einen großen Schritt in die richtige Richtung und mit einer weniger straffen Hundeleine gemacht.

 

3. Leinenführigkeit Welpe – Training richtig starten

Starte das Training mit der Leine in einer Umgebung wo es weniger Einflüsse einer Ablenkung gibt. Am besten ist es also dort zu starten, wo du die Ablenkungsfaktoren leichter beeinflussen kannst. Dies kann beispielsweise dein Garten oder die Räumlichkeiten deiner Wohnung sein. Schaue, dass du die volle Aufmerksamkeit von deinem Hund hast, bevor du mit ihm, mit lockerer Leine und einem Befehl zum Losgehen die ersten Schritte machst. Schafft es dein Hund bereits beim ersten Versuch, die Leine locker zu halten, belohne ihn mit einem Leckerli und mündlichem Lob.

4. Hund zieht an der Leine

Oftmals fängt der Hund früher oder später damit an, an der Leine zu ziehen. Gehe hier so vor, dass du den Hund kurz mündlich ermahnst. Zeigt dein Vierbeiner keine verbesserte Reaktion, wende dich mit ruhigem Verhalten von ihm ab und unterlasse es ihm weitere Aufmerksamkeit zu schenken. Mache dies so lange, bis dein Hund nicht mehr an der Hundeleine zieht. Hier ist natürlich auch deine Geduld gefragt. Sei dir immer bewusst, dass dein Hund wahrscheinlich noch nicht verstanden hat, was du genau von ihm erwartest. Gebe deinem Hund also einen Befehl oder mache ein schnalzendes Geräusch, welches dein Hund als Befehl zum los- oder weiterlaufen auffassen kann.

 

5. Der richtige Befehl beim Laufen mit der Hundeleine

Funktioniert ein eingeführtes Wort von dir als Befehl nicht, solltest du ein neues Wort als Befehl für den Umgang mit der Leine positiv aufbauen. Hier kann sich das Wort »Leine« als möglicher Befehl zum Beispiel eignen. Dass dein Hund den neuen Befehl »Leine« positiv aufnimmt, wiederhole ihn, sobald der Hund die richtige Leinenführigkeit zeigt. Als Beispiel möchte ich dir noch ein verbreitetes Fehlverhalten mit dem Befehl »Fuß« aufzeigen. Oft bekommt ein Hund den Befehl »Fuß« in der Verbindung mit einem Fehlverhalten zu hören und wird sogar oft noch während des aussprechen des Befehls von dem Hundeführer korrigiert. Dass der Hund nun diesen Befehl als negativ ansieht, ist also der Verdienst des unwissenden Hundeführers und nicht des Hundes.

6. Erhöhe den Schwierigkeitsgrad bei der Leinenführigkeit Welpe

Hat der Hund die ersten Schritte an der Leine gemeistert, solltest du nun das Geradeausgehen weiter verfeinern. Führe hierfür weniger Richtungswechsel durch und laufe mit dem Hund immer längere gerade Strecken, auch außerhalb deines Grundstücks. Auch gilt es langsam den Grad der Ablenkung zu erhöhen. Gehe hierbei aber Schritt für Schritt vor, ohne den Hund zu überfordern. Es ist deiner Einschätzungsgabe geschuldet, ob du den nächsthöheren Schwierigkeitsgrad für den Ort der Ablenkung erkennst. Es ist auch keine Schande mit dem Ablenkungsgrad wieder einen Schritt zurückzumachen.

 

7. Leinenführigkeit üben

Du kannst natürlich auch unterschiedliche Modelle, welche dir in einem Onlinekurs für Leinentraining gezeigt werden zurückgreifen und so auf dem Weg zum Café unterschiedliche Ziele auf deinem Weg stecken. Durch die verschiedenen Wechsel dem an der Leine gehen, Vorausgehen und dem Hinterhergehen des Hundes, wird der Hund im Umgang mit der Leine immer flexibler und lernt, dass es nichts bringt, wenn er zieht. Die Laternenpfahle eignen sich beispielsweise sehr gut, wenn es darum geht sich eine Etappe für die Leinenführigkeit festzulegen und danach wieder zu wechseln. Wir wünschen dir viel Erfolg und Spaß bei dem Leinentraining mit unseren Tipps.

Welche Vorschritte hast du bereits mit der Leinenführigkeit bei deinem Hund erzielt? Teile uns deine Erfahrungen, Ratschläge und Meinungen gerne als Kommentar mit.

WAU WAU ich bin schlau

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.