Was ist eine Rüdin? Diese Frage stellen sich viele Hundefreunde. Viele haben auch noch nie von dieser Bezeichnung gehört und wissen nicht genau, was sich dahinter verbirgt. Gerne möchten wir dir in diesem Beitrag eine Antwort auf diese Frage geben.

Eine Rüdin ist kurz gesagt eine Hündin, die Verhaltensmerkmale aufweist, welche eigentlich nur bei einem Rüden bekannt sind.

Genaue Vorgaben, ab wann eine Hündin als “Rüdin” gilt, sind noch nicht klar definiert. Es kann also noch etwas dauern, dass sich der Begriff unter Hundefreunden richtig durchsetzt.

Zusammenfassung: Die Bezeichnung „Rüdin“ hat sich noch nicht komplett durchgesetzt. Eine Hündin wird als Rüdin bezeichnet, wenn sie ein Verhalten zeigt, das an einen Rüden erinnert. Rein körperlich weist sie allerdings keine Merkmale von einem männlichen Hund auf.

Wie kann eine Hündin eine Rüdin werden?

Auch wir Menschen können ein ausgeprägtes Verhalten des anderen Geschlechts zeigen oder uns sogar so sehr im falschen Körper fühlen, dass wir sogar eine Geschlechtsumwandlung vornehmen oder uns anders kleiden. Auch bei Regenwürmern und Pflanzen ist ein drittes Geschlecht (Zwitter) die Regel. Viele Hundebesitzer wissen nicht, dass auch Hunde ein scheinbar untypisches Verhalten für ihr Geschlecht aufzeigen. Auch wenn deine Hündin an keiner Stelle ihres Körpers an einen Rüden erinnert, kann sie also dennoch das Verhalten eines Rüden zeigen.

Bis zum heutigen Tage ist nicht vollständig geklärt, was der Auslöser für diese Verhalten bei der Hündin sein kann. Neben erhöhten Werten von Testosteron kann auch der Hormonhaushalt eine entscheidende Rolle spielen.
Kommt eine Hündin beispielsweise in einem Wurf mit anderen 5 Rüden auf die Welt, kann es sein, dass ihre Hormone einen höheren Testosterongehalt als normale Hündinnen aufweisen, wo die geschlechtliche Verteilung ausgeglichen war. Durch den hohen Gehalt an Testosteron kann eine Hündin so bereits im Welpenalter Verhaltensmerkmale von einem männlichen Hund entwickeln. Dies wird in Fachkreisen auch Hermaphroditismus genannt.

Zusammenfassung: Genaue Ursachen für die Umwandlung der Hündin in eine Rüdin sind noch nicht geklärt. Neben dem Hormonhaushalt kann auch ein erhöhter Gehalt an Testosteron der Auslöser sein. Wird eine Hündin in einem Wurf mit vielen anderen männlichen Welpen geboren, kann sie aufgrund der erhöhten Testosteronumsetzung das Verhalten einer typischen Rüdin zeigen

Woran kann man eine Rüdin erkennen?

Gerne möchten wir dir nun die uns bekannten Verhaltensweisen einer typischen Rüdin aufzeigen:

  • Ausgeprägtes Maßregeln
  • ein Scharren nach dem Koten oder Urinieren
  • beim Urinieren hebt sie ihr Bein
  • sie sieht Rüden als Konkurrenten
  • die Hündin steht auf das gleiche Geschlecht
  • sie zeigt keine Muttergefühle
  • sie besteigt andere Hündinnen

Generell kann es aber alle weiteren Verhaltensmerkmale von Rüden betreffen, welche nicht in unserer Aufzählung aufgegliedert sind. Fällt dir also ein solches Verhalten bei deiner Hündin auf, kann sie eine Rüdin sein. Es ist wichtig, dass du weißt, dass dies nicht dramatisch schlimm oder gar eine Hundekrankheit ist.

Das Verhalten einer Rüdin abgewöhnen

Gänzlich wirst du es vermutlich nicht hinbekommen, der Rüdin ihr Verhalten abzugewöhnen. Allerdings kannst du durch ein richtiges Hundetraining in positiver Stimmung viel erreichen. Auch ein Rüde kann bekanntlich auf sein Verhalten hin trainiert und erzogen werden. Du bist sozusagen der Anführer des Rudels und nicht die Hündin. Somit musst du deiner Rüdin verdeutlichen, welches Verhalten du nicht erwünscht. Zeigt die Hündin ein Verhalten eines Rüden, wie beispielsweise ein Besteigen eines anderen Hundes, musst du dazwischen schreiten und die Aktion, während sie stattfindet, unterbinden. Wende hierbei keinerlei Gewalt an!

Warte auch nicht ab, bis die Rüdin von ihrem Artgenossen abgesprungen ist, da sie so nicht sicher weiß, welches Verhalten dir nicht passt. Im schlechtesten Fall wird sie so denken, dass es falsch war, von dem anderen Wuffi herunterzusteigen. Das gleiche gilt übrigens auch bei anderem Fehlverhalten oder beim Rückruf des Hundes. Gebe nicht auf, wenn du am Anfang noch keine Erfolge wahrnimmst, sondern bleibe hartnäckig am Ball.

Zusammenfassung: Komplett ist es fast unmöglich, das Verhalten der Rüdin zu ändern. Du kannst es durch ein Hundetraining aber deutlich abschwächen. Zeigt die Hündin ein Verhalten, das dir nicht gefällt, schreite umgehend ein und unterbreche sie dabei. Wende hierbei natürlich keine Gewalt an.

Fazit – zum dritten Geschlecht beim Hund

Am Ende des Tages sollte jeder Hundebesitzer seinen Hund akzeptieren, wie er ist. Es ist egal, ob er eine Hündin, ein Rüde oder eben eine Rüdin ist. Es wird auch nichts bringen, wenn du mit deinem Flausch zu einem Tierarzt gehst, da es sich hierbei um ein Verhalten und um keine Erkrankung handelt. Gehe doch lieber in einen Hundekurs oder kaufe dir ein Verhaltenstraining einfach online. Bestimmt fragst du dich jetzt, ob es auch andersherum vorkommen kann, also dass ein Rüde das Verhalten von einer Hündin zeigt. Dies ist aber vergleichsweise nur äußerst selten der Fall. Zeigt deine Hündin von uns beschriebene oder andere Merkmale einer Rüdin? Dann bitten wir dich unter diesem Beitrag einen Kommentar zu hinterlassen.

Zusammenfassung: Akzeptiere deinen Hund so, wie er ist, er macht das Gleiche auch bei dir! Auch eine ärztliche Behandlung wird nicht helfen, das Verhalten einer Rüdin zu ändern. Führe ein Verhaltenstraining durch, um die männlichen Verhaltensweisen bestmöglich einzudämmen, wenn sie dich stören. Ein Rüde wird im Gegensatz zu einer Hündin eher selten ein weibliches Verhalten zeigen.

Wau Wau ich bin schlau!